Nebelverhangene Nordseeküste im Abendlicht – Symbolbild für Nordsee-Krimis

Genre-Ratgeber · Nordsee-Krimi

Nordsee-Krimi: spannende Fälle zwischen Deich und Meer

An der Nordsee wird auffällig viel gemordet, jedenfalls auf dem Papier. Zwischen Ostfriesland und der dänischen Grenze erscheinen Jahr für Jahr Hunderte Kriminalromane, und viele davon verkaufen sich besser als so mancher Großstadtthriller. Diese Seite erklärt, warum das so ist, welche Spielarten es gibt und welche Bücher sich lohnen.

Ich schreibe selbst Nordsee-Krimis, die auf Föhr spielen. Das macht mich befangen, aber auch auskunftsfähig.

Was ist ein Nordsee-Krimi?

Ein Nordsee-Krimi ist ein Kriminalroman, dessen Handlung an der deutschen Nordseeküste oder auf einer der Inseln spielt und in dem die Region mehr ist als Dekoration. Das Etikett ist keine literarische Gattung, sondern eine Marktkategorie: Buchhandel, Verlage und Leserinnen benutzen es, um Bücher zu finden, die ein bestimmtes Gefühl versprechen.

Entscheidend ist die Frage, ob die Geschichte woanders genauso funktionieren würde. Wenn ja, ist es ein Krimi mit Meerblick. Wenn nein, weil Gezeiten, Fährpläne, Deichrecht oder eine Inselgemeinschaft den Fall tragen, dann ist es ein Nordsee-Krimi.

Was zeichnet einen Nordsee-Krimi aus?

Typische Schauplätze

Deiche und Marschland. Watt und Priele. Häfen, Krabbenkutter, Kurorte, Reetdachdörfer, Leuchttürme, Fähranleger. Dazu Räume, die es so nur hier gibt: das Hallighaus auf der Warft, die Teestube, der Deichverband, die Kurverwaltung, das Vogelschutzgebiet.

Typische Konflikte

Die wiederkehrenden Motive sind erstaunlich konstant. Landbesitz und Erbstreit. Tourismus gegen Alteingesessene. Investoren, die von neuen Möglichkeiten sprechen. Alte Schuld, die eine Gemeinschaft jahrzehntelang gedeckt hat. Schmuggel und Grauzonen an einer Grenze, die aus Wasser besteht. Und immer wieder: Zugezogene gegen Einheimische, ein Konflikt, der an der Küste eine eigene Tonlage hat, weil man hier auch nach dreißig Jahren noch „von wech" sein kann.

Typische Atmosphäre

Wetter ist an der Nordsee kein Hintergrund, sondern Figur. Sturm schneidet Orte ab, Nebel nimmt Sicht und Orientierung, Ebbe legt frei, was jemand loswerden wollte, Flut nimmt Spuren mit. Dazu ein Licht, das flach über die Marsch fällt, und eine Kommunikationsform, in der Schweigen eine vollwertige Antwort ist.

Diese Kombination erzeugt beides: die Postkartenidylle und den Boden, auf dem sie steht. Genau aus dem Abstand zwischen beidem lebt das Genre.

Nordsee-Krimi oder Küstenkrimi?

Die Begriffe überschneiden sich, meinen aber nicht dasselbe.

Nordsee-Krimi

Oberbegriff für Kriminalromane an der Nordseeküste, Festland wie Inseln, von Ostfriesland bis Nordfriesland. Sagt etwas über den Ort, nichts über den Ton.

Küstenkrimi

Noch weiter gefasst, schließt die Ostsee mit ein. Wer „Küstenkrimi" liest, weiß nur, dass es Wasser gibt.

Inselkrimi

Spielt auf einer Insel und nutzt deren größten dramaturgischen Vorteil: den geschlossenen Raum. Fährt keine Fähre, ist die Verdächtigenliste vollständig. Deshalb sind Inselkrimis oft näher am klassischen Rätselkrimi.

Ostfrieslandkrimi

Die größte und marktstärkste Untergruppe, mit eigenem Kosmos aus Serien, Verlagen und Schauplätzen zwischen Norddeich, Greetsiel, Emden und den ostfriesischen Inseln. Tee, Deich und trockener Humor gehören meist dazu.

Wohlfühlkrimi

Beschreibt nicht den Ort, sondern den Gewaltgrad. Wenig explizite Gewalt, Fokus auf Rätsel, Figuren und Gemeinschaft. Die deutsche Entsprechung zum englischen Cozy Crime. Viele Nordsee-Krimis sind gleichzeitig Wohlfühlkrimis, aber längst nicht alle.

Mehr dazu: Cozy Crime deutsch

Küsten-Thriller

Das andere Ende der Skala. Hier steht nicht das Rätsel im Vordergrund, sondern Bedrohung und Tempo. Die Landschaft liefert die Isolation, die der Thriller braucht.

Die schönsten Schauplätze für Nordsee-Krimis

Nordfriesland

Zwischen Husum, Dagebüll, den Halligen und der dänischen Grenze. Geprägt von Sturmfluten, Landgewinnung und einer Geschichte, in der das Meer regelmäßig Dörfer geholt hat. Wer hier schreibt, hat Rungholt und die Halligen als Motive praktisch frei Haus.

Ostfriesland

Norddeich, Greetsiel, Emden, das Moor, die Krummhörn. Der am dichtesten beschriebene Krimiraum Deutschlands. Hier ist beinahe jeder Ort schon einmal Tatort gewesen, und trotzdem funktioniert es weiter.

Die Nordseeinseln

Föhr

Grün, flach, landwirtschaftlich, mit Dörfern statt Dünen. Föhr ist die Insel mit der echten Alltagsgesellschaft: Es gibt Schulen, Vereine, Handwerksbetriebe, Nachbarschaften und Familienfehden über Generationen. Der Tourismus läuft nebenher, er ersetzt das Inselleben nicht.

Für einen Krimi ist das der ideale Zuschnitt. Die Insel ist groß genug, dass nicht jeder alles mitbekommt, und klein genug, dass niemand unbemerkt verschwindet. Dazu kommen zwei getrennte Welten auf zehn Radminuten Abstand: Wyk mit Hafen, Promenade und Saisongeschäft, und die Dörfer im Westen, wo ein fremdes Auto am selben Abend Gesprächsthema ist. Das Nordufer mit Watt und Salzwiesen liefert die Einsamkeit, das Südufer die Zeugen.

Neben meinen eigenen Büchern ermittelt hier unter anderem Hendrik Bergs Kommissar Theo Krumme, der auch auf Sylt, Amrum und Pellworm im Einsatz ist. Auch Anna Johannsens Inselkommissarin führt über die nordfriesischen Inseln.

Amrum

Kniepsand, Dünengürtel, Leuchtturm, drei Dörfer und im Winter sehr wenige Menschen. Amrum ist kleiner als Föhr und deutlich stärker von Natur geprägt: breiter Sandstrand im Westen, Wattseite im Osten, dazwischen Heide und Kiefern.

Was die Insel für Krimis interessant macht, ist die Enge. Wer hier lebt, kennt jede Fähre und jedes Gesicht. Isolation wird schnell körperlich, besonders zwischen November und März, wenn ganze Betriebe schließen und der Dünenweg abends menschenleer ist. Gleichzeitig liegt Amrum in Sichtweite von Föhr, was Wege und Alibis kompliziert macht: Zwischen den Inseln verkehren Schiffe, aber nicht rund um die Uhr.

Krischan Koch, der selbst auf Amrum lebt, hat Nordfriesland im humorvollen Fach etabliert. Daneben gibt es eigene Amrum-Reihen, unter anderem von Jan Rolfsmeier und Ulrike Busch.

Sylt

Der Sonderfall unter den Nordseeinseln. Sylt bringt Motive mit, die es sonst an der Küste kaum gibt: Immobilienpreise, die Einheimische verdrängen, Prominenz, Saisonarbeitskräfte ohne Wohnraum, Geld aus Quellen, über die niemand spricht. Dazu eine Geografie, die Gegensätze liefert, vom Rummel in Westerland über die Reetdachvillen in Kampen bis zur Weite im Norden.

Entsprechend dicht ist die Insel beschrieben. Gisa Pauly hat mit Mamma Carlotta die humorvolle Variante geprägt, einer italienischen Schwiegermutter, die auf Sylt konsequent alles falsch versteht und trotzdem recht behält. Krinke Rehberg hat mit Hauptkommissarin Bente Brodersen eine der längsten Reihen der Küste geschrieben, über dreißig Bände, jeder Fall in sich abgeschlossen. Dazu kommen zahlreiche weitere Sylt-Reihen, vom Cosy Crime bis zum harten Fall.

Norderney

Kurbetrieb, Promenade, Thalasso, Fährverkehr und eine Inselpolizei mit Saisonproblemen. Norderney gilt als ältestes deutsches Nordseebad und hat entsprechend viel gebaute Geschichte: Kurhaus, Bäderarchitektur, ein Ortskern, der eher Kleinstadt als Dorf ist.

Für Krimis ist die Insel dankbar, weil Urlaubskulisse und Inselalltag hier direkt nebeneinanderliegen. Im Sommer leben mehrere Tausend Gäste neben ein paar Tausend Einheimischen, im Februar ist die Promenade leer. Diese Schwankung erzeugt genau die Reibung, aus der Motive entstehen: Wer gehört dazu, wer verdient woran, und wer verschwindet, ohne dass es jemandem auffällt?

Es gibt mehrere Norderney-Reihen, unter anderem von Barbara Wendelken und Julia Brunjes.

Juist

Siebzehn Kilometer lang, an der schmalsten Stelle kaum ein paar Hundert Meter breit, autofrei. Auf Juist fahren Pferdefuhrwerke, und das ist keine Folklore, sondern Verkehrsmittel.

Kein Auto zu haben verändert einen Krimi grundlegend. Fluchtwege werden lang, Transporte sichtbar, und jede nächtliche Bewegung hat ein Geräusch. Dazu kommt eine Insel, die an manchen Tagen nur bei Hochwasser erreichbar ist, weil das Fahrwasser sonst nicht tief genug liegt. Wer hier ankommen oder wegwollen will, richtet sich nach der Tide, nicht nach dem eigenen Zeitplan.

Sandra Lüpkes hat die ostfriesischen Inseln, Juist besonders, früh als Krimischauplatz erschlossen, mit deutlich historischem Einschlag und viel Lokalkolorit.

Borkum

Die westlichste und größte der Ostfriesischen Inseln, dicht an der niederländischen Grenze und weit genug vom Festland entfernt, dass die Überfahrt spürbar länger dauert als anderswo.

Borkums Trumpf ist die Geschichte: Walfang, Seefahrt, Schmuggel über eine Grenze, die aus Wasser besteht. Grenznähe erzeugt Grauzonen, und Grauzonen erzeugen Motive, gerade wenn eine Insel über Jahrhunderte gelernt hat, bestimmte Fragen nicht zu stellen. Dazu eine Ortsstruktur mit klarer Trennung zwischen Badebetrieb und Wohninsel.

Hier ermitteln unter anderem Sina Jorritsmas Mona Sander und Enno Moll, dazu weitere Borkum-Reihen aus dem ostfriesischen Krimikosmos.

Pellworm

Die stille Alternative. Pellworm hat keinen Sandstrand, keine Dünen und keinen Badebetrieb, dafür einen ringförmigen Deich, hinter dem Marschland liegt, das teilweise unter dem Meeresspiegel steht. Ohne den Deich gäbe es die Insel nicht.

Genau das macht sie für Krimis reizvoll. Auf Pellworm ist die Bedrohung von außen keine Metapher, sondern Bauwerk. Die Insel hat wenige Hundert Einwohner, kaum Durchgangsverkehr und einen Halligcharakter, der Abgeschiedenheit fast automatisch mitliefert. Wer hier verschwindet, verschwindet gründlich, und die Reste der Alten Kirche erinnern daran, dass diese Küste ihre Orte schon mehrfach zurückgeholt hat.

Pellworm gehört zu den Schauplätzen von Hendrik Bergs Reihe und taucht darüber hinaus vor allem in Einzelbänden auf.

Nordsee-Krimi-Empfehlungen

Alle Angaben nach Recherchestand September 2026. Reihen wachsen schnell, prüfe die aktuelle Bandzahl beim Kauf. Alle genannten Reihen sind ohne Affiliate-Links aufgeführt.

Humorvolle Nordsee-Krimis

Krischan Kochs Reihe um den Dorfpolizisten Thies Detlefsen im fiktiven Fredenbüll gilt als der nordfriesische Klassiker im komischen Fach, begonnen mit „Rote Grütze mit Schuss". Wer es leichter mag, findet außerdem Reihen wie „Maschen, Mord und Meer" von Manuela Sanne, in der ein Strickclub ermittelt.

Nordsee-Krimis mit Inselsetting

Anna Johannsens „Die Inselkommissarin" um Lena Lorenzen führt über mehrere nordfriesische Inseln. Hendrik Bergs Reihe um Theo Krumme deckt Föhr, Amrum, Sylt und Pellworm ab. Für die ostfriesische Seite gibt es unter anderem „Die Inselkommissare" von Marc Freund und die Spiekeroog- und Norderney-Krimis von Julia Brunjes.

Ostfrieslandkrimis

Klaus-Peter Wolf und seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen sind der Maßstab, an dem sich alle anderen messen lassen müssen, und die Reihe ist inzwischen zwanzig Bände stark. Daneben lohnen Dirk Trosts Reihe um Jan de Fries in Norddeich und Susanne Ptaks „Mord in Ostfriesland" um die Psychotherapeutin Dr. Annegret Bender, die deutlich leichter und näher am Cozy Crime liegt.

Nordsee-Krimis für den Urlaub

Für den Strandkorb eignet sich, was in sich abgeschlossen ist und nicht zu düster wird. Gute Kandidaten: Krischan Koch, Susanne Ptak, Gisa Paulys Sylt-Reihe, meine eigenen Föhr-Krimis. Faustregel: Wenn im Klappentext ein Serienmörder vorkommt, ist es kein Urlaubsbuch.

Düstere Küstenkrimis

Eva Almstädts Reihe „Akte Nordsee" um Fentje Jacobsen und Niklas John setzt auf Spannung statt Gemütlichkeit. Klaus-Peter Wolf wird von Band zu Band härter. Wer Thriller sucht, findet bei Romy Fölck norddeutsche Landschaft in deutlich schwererem Ton.

Nordsee-Krimis mit weiblichen Ermittlerinnen

Ann Kathrin Klaasen bei Klaus-Peter Wolf, Lena Lorenzen bei Anna Johannsen, Bente Brodersen bei Krinke Rehberg, Fentje Jacobsen bei Eva Almstädt, Annegret Bender bei Susanne Ptak und, im Amateurfach, Mamma Carlotta bei Gisa Pauly und Maren Feddersen bei mir.

Nordsee-Krimis von Svea Dierks

Meine Bücher im Überblick

Meine Reihe spielt vollständig auf Föhr. Es gibt eine Vorgeschichte, „Friesentod unterm Reetdach", und inzwischen sechs Bände, von „Wattgeheimnisse" bis zur aktuellen Neuerscheinung „Schlick & Schmuggelware". Alle Fälle sind in sich abgeschlossen und einzeln lesbar.

Alle Bände im Überblick

Was meine Nordsee-Krimis besonders macht

Es wird gestorben, aber die Kamera schwenkt weg. Keine Kapitel aus Tätersicht, keine ausführlichen Obduktionsberichte. Die Spannung kommt aus Fragen, nicht aus Schrecksekunden.

Ermittelt wird im Alltag: an Haustüren, in Teestuben, über Lieferkisten hinweg und in einem Karteikartenarchiv. Und am Ende steht kein Monster, sondern jemand, der irgendwann geglaubt hat, keine andere Wahl zu haben.

Meine Ermittlerinnen und Ermittler

Maren Feddersen war Investigativjournalistin in Frankfurt, bis ein Burnout sie zwang, kürzerzutreten. Heute liefert sie mit einem knallgelben E-Cargo-Bike Käse, Wolle und Biogemüse über die Insel aus. Sie kommt überall hin, und ihr alter Instinkt lässt sich nicht abschalten.

Dazu Tante Gesa, die in Schuhkartons die Geheimnisse der Insel hütet, der junge Inselpolizist Momme Jensen und Bente, ein Border Collie mit eigener Meinung.

Die Schauplätze meiner Bücher

Nieblum mit dem Friesendom und dem Friedhof nebenan. Wyk mit Hafen und Sandwall. Utersum, Oldsum, die Salzwiesen im Norden, der Westdeich, das Watt bei ablaufendem Wasser. Alles Orte, die es gibt und die du nachlaufen kannst.

Föhr als Schauplatz eines Nordsee-Krimis

Warum Föhr ein spannender Krimischauplatz ist

Föhr ist groß genug für eine echte Gesellschaft und klein genug, dass jeder jeden kennt. Damit hat man alles, was ein Rätselkrimi braucht: begrenzter Personenkreis, kurze Wege, lange Erinnerungen, und eine Öffentlichkeit, in der nichts unbeobachtet bleibt, außer dem, was alle gemeinsam übersehen wollen.

Wyk, Nieblum und die Inseldörfer

Wyk liefert Infrastruktur, Anonymität in kleinen Dosen und den Hafen als Ein- und Ausgang. Die Dörfer liefern das Gegenteil: Nachbarschaften, in denen ein fremdes Auto in der falschen Auffahrt am selben Abend Gesprächsthema ist. Zwischen beidem liegen zehn Radminuten und zwei verschiedene Welten.

Mehr zur Insel selbst: Föhr entdecken

Watt, Deich und Gezeiten

Das Watt ist der ehrlichste Mitspieler, den ein Krimi haben kann. Es gibt Dinge frei und nimmt sie zurück, zweimal am Tag, nach einem Fahrplan, den niemand verhandeln kann. Der Deich wiederum ist Schutz und Grenze zugleich, und was unter ihm liegt, bleibt dort meistens lange.

Inselgemeinschaft und Geheimnisse

Auf einer Insel ist Schweigen keine Ausnahme, sondern eine soziale Technik. Man verrät die Nachbarn nicht, weil man morgen wieder an ihnen vorbeiradelt. Genau da beginnt der Stoff: nicht bei der Tat, sondern bei allen, die vorher etwas gesehen und nichts gesagt haben.

Föhr in meinen Romanen

Ich halte mich an die echte Geografie und erfinde die Häuser. Ortsnamen, Wege, Fährzeiten und Gezeiten stimmen. Das Hotel, die Teestube und die Familien darin nicht. So kann ich auf der Insel weiterhin einkaufen gehen.

So entsteht ein Nordsee-Krimi

Die Idee für den Schauplatz

Am Anfang steht bei mir fast nie ein Mord, sondern ein Ort. Ein Spa-Anbau, der nicht ins Dorf passt. Ein Traktor, der zu lange in der Salzwiese steht. Aus dem Ort ergibt sich, wer dort zu tun hat, und daraus ergibt sich der Fall.

Recherche an der Küste

Recherche heißt hier: Fahrpläne, Gezeitenkalender, Deichvorschriften, Vereinsstrukturen und viel Zuhören. Am ergiebigsten sind Gespräche, die nicht wie Interviews aussehen. Beim Bäcker erfährt man mehr als in jedem Archiv, und was man im Archiv erfährt, muss trotzdem stimmen.

Figuren und Ermittlerteam

Ein Amateurteam braucht einen glaubwürdigen Zugang zu Menschen und einen zur Akte. Bei mir sind das eine Lieferantin mit journalistischer Vergangenheit und ein junger Inselpolizist. Dazu jemand, der die Geschichte des Ortes kennt, in meinem Fall eine Tante mit Karteikartenarchiv.

Wetter und Gezeiten als Spannungselemente

Gezeiten sind der beste Timer, den es gibt: unbestechlich, öffentlich einsehbar, tödlich bei Fehlplanung. Sturm schneidet ab, Nebel isoliert, Hochsaison erzeugt Zeugendichte, Nebensaison erzeugt Einsamkeit. Ich plane das Wetter vor der Handlung.

Regionale Details und Atmosphäre

Kluntje zuerst, dann der Tee, dann die Sahne über den Löffel. Nicht umrühren. Solche Details entscheiden darüber, ob eine Leserin von der Küste weiterliest. Sie müssen stimmen, und sie dürfen nicht erklärt werden wie im Reiseführer.

Vom Manuskript zum fertigen Buch

Nach der Rohfassung kommen Überarbeitung, Lektorat, Korrektorat, Cover, Satz und Metadaten. Ich veröffentliche selbst und arbeite dabei mit Lektorat und Coverdesign zusammen. Von der ersten Idee bis zum fertigen Buch vergehen mehrere Monate, die meiste Zeit davon nach der letzten Seite.

Leseprobe und Bücher entdecken

Leseprobe lesen

Ob ein Ton passt, merkst du nach zwei Seiten schneller als nach jeder Beschreibung. Zu jedem Band gibt es eine kostenlose Leseprobe.

Zu den Leseproben

Band 1 kennenlernen

„Wattgeheimnisse" ist der beste Einstieg: Ein zehnjähriger Urlauber sieht bei einer Wattwanderung eine Leiche im Priel treiben, die Flut verwischt alle Spuren, und niemand glaubt dem Jungen. Außer Maren.

Die Buchreihe entdecken

Alle Bände, Lesereihenfolge und Klappentexte findest du hier: Die Föhr-Krimis im Überblick und die aktuelle Neuerscheinung unter Neuerscheinungen 2026.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Nordsee-Krimi

Was ist ein Nordsee-Krimi?
Ein Kriminalroman, der an der deutschen Nordseeküste oder auf einer Nordseeinsel spielt und in dem die Region den Fall mitträgt, durch Gezeiten, Wetter, Fährverbindungen oder die Sozialstruktur des Ortes.
Was ist der Unterschied zwischen Nordsee-Krimi und Ostfrieslandkrimi?
Der Ostfrieslandkrimi ist eine Untergruppe. Jeder Ostfrieslandkrimi ist ein Nordsee-Krimi, aber ein Nordsee-Krimi kann genauso in Nordfriesland, an der schleswig-holsteinischen Westküste oder auf einer nordfriesischen Insel spielen.
Gibt es humorvolle Nordsee-Krimis?
Ja, und zwar reichlich. Der Küstenhumor ist trocken statt albern, und viele der erfolgreichsten Reihen leben davon. Klassiker im komischen Fach ist Krischan Koch, daneben gibt es zahlreiche Wohlfühlkrimi-Reihen.
Welche Nordsee-Krimis eignen sich für den Urlaub?
Bücher mit abgeschlossenem Fall, überschaubarem Personal und ohne drastische Gewalt. Wohlfühlkrimis und humorvolle Reihen funktionieren im Strandkorb am besten, weil man sie unterbrechen kann, ohne den Faden zu verlieren.
Gibt es Nordsee-Krimis mit Föhr als Schauplatz?
Ja. Neben meiner eigenen Reihe, die vollständig auf Föhr spielt, führen unter anderem Hendrik Bergs Krumme-Krimis und Anna Johannsens Inselkommissarin über die nordfriesischen Inseln.

Weitere Themen rund um Nordsee-Krimis

Nordsee-Krimis mit Inselsetting

Der geschlossene Raum ist das älteste Werkzeug des Rätselkrimis, und eine Insel liefert ihn kostenlos. Fällt die letzte Fähre aus, ist die Liste der Anwesenden vollständig, ohne dass jemand ein Landhaus einschneien lassen muss. Deshalb liegen Inselkrimis oft näher an Agatha Christie als an der Großstadtermittlung, auch wenn sie mit Krabbenkuttern statt Butlern arbeiten.

Meine Föhr-Reihe im Überblick

Wohlfühlkrimis an der Nordsee

Wohlfühlkrimi beschreibt den Gewaltgrad, nicht den Ort. Es wird gestorben, aber die Kamera schwenkt weg, und die Spannung entsteht aus Fragen statt aus Schrecksekunden. An der Nordsee funktioniert das besonders gut, weil die Landschaft Wärme und Bedrohung gleichzeitig liefert: Teestube und Sturmflut, Reetdach und Watt.

Krimi mit Humor und Herz

Regionalkrimis aus Schleswig-Holstein

Der Regionalkrimi ist über seinen Schauplatz definiert, nicht über den Ton, und kann von heiter bis sehr dunkel alles sein. In Schleswig-Holstein reicht das Feld von Husum über die Halligen und die Westküste bis in die deutsch-dänische Grenzregion. Der deutsche Cozy Crime ist zu großen Teilen aus dieser Tradition entstanden, weshalb sich die beiden Etiketten auf vielen Büchern überlagern.

Cozy Crime deutsch erklärt

Krimis mit weiblichen Ermittlerinnen

An der Küste ermitteln auffällig viele Frauen, und zwar in zwei Varianten. Die eine ist die Hauptkommissarin mit Dienstausweis, von Ann Kathrin Klaasen über Lena Lorenzen bis Bente Brodersen. Die andere ist die Amateurin, die über ihren Alltag an Informationen kommt, an die keine Behörde herankommt. Mamma Carlotta gehört dazu, und Maren Feddersen mit ihrer Lieferroute auch. Der Unterschied ist nicht die Kompetenz, sondern der Zugang: Wer eine Kiste abstellt, wird anders angesprochen als jemand, der einen Ausweis zeigt.

Leseproben und Neuerscheinungen

Zu jedem meiner Bände gibt es eine kostenlose Leseprobe, und zwei Seiten sagen mehr als jeder Klappentext. Wer wissen will, was zuletzt erschienen ist und woran ich gerade arbeite, findet das auf der Neuerscheinungsseite.

Neuerscheinungen 2026 · Leseproben

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